Drogenkartelle regieren Mexico...
Im Juli 2008 bringt ein 16-jähriger das Auto seiner Mutter in eine Autowerkstätte in Culiacan im mexinaschischen Bundesstatt Sinaloa. In dem Moment fahren einige Geländewagen vor und Männer in schusssicheren Westen steigen aus und eröffnen mit Maschinenpistolen das Feuer gegen die Werkstatt. Die Bilanz, neun Tote, darunter der 16-jährige der schuldlos zwischen rivalisierende Rauschgiftbanden geraten war.
Einen Monat später werden im Norden Mexicos vier Polizisten und weitere 14 Personen ermordet - im Auftrag eines Drogenkartells. Außerdem - ein Polizeichef wird kurz nach seiner Amtseinsetzung in einem Restaurant erschossen, ein weiterer Polizist in seinem Auto mit 70 Schüssen erschossen. Einige Tage später findet man auf der Ferieninsel Yucatan zwölf enthauptete Leichen - auch diese im Auftrag eines Drogenkartells ermordet.
Auch unschuldige Kinder unter Opfern
In Morelia, der Hauptstadt des Bundesstaates Michoacan wurde am 15. September auf dem Hauptplatz der Unabhängigkeitstag gefeiert, als Unbekannte mehrere Handgranaten in die Menge warfen. Neun Menschen wurden getötet und mehr als 130 verletzt, darunter befanden sich auch viele Kinder. Drei Mitglieder einer Drogenbande, der "Los Zetas", werden als Urheber des Anschlages verhaftet. Diese waren auch verantwortlich für die Morde von 24 Menschen in Mexico City und für 18 Morde in der Grenzstadt Tijuana. Viele wurden bevor sie erschossen wurden, gefoltert.
Mexico versinkt in ein Chaos des Drogenkrieges, schon über 3000 Menschen wurden in diesem Jahr schon von den Drogenkartellen ermordet. Es geht um die "Hoheitsgebiete" des Drogenmarktes und die blutigen Kämpfe arten immer brutaler aus. Folterungen, Enthauptungen, Zerstückelungen und auch Vergewaltigungen sind auf der Tagesordnung. Vielfach werden diese bestialischen Ermordungen noch auf Videos aufgenommen, der Öffentlichkeit präsentiert und an Behörden und rivalisierenden Banden als so genannte Warnungen geschickt.
Mexicos Präsident schickte Soldaten in den Drogenkrieg
Besonders heftig tobt der Bandenkrieg in Michoacan. Verschiedenste Banden bekämpfen sich untereinander und töten dabei auch Soldaten und Polizisten. Mexicos Präsident der aus Michoacan stammt, schickte kürzlich um den Drogenhandel einzuschränken, fast 40 000 Soldaten in die Region. Trotzdem eskalierte in dieser Region die Gewalt und die Regierung scheint machtlos zu sein. Selbst führende Medien berichten, dass der Staat jegliche Kontrolle uber die Kriminalität verloren habe. In Mexico werden täglich mehr Menschen getötet als in Afghanistan und im Irak.
Auch dass Rädelsführer oder Schuldige jemals gefasst werden, darf bezweifelt werden. Derzeit werden nur ein bis zwei Prozent der Fälle überhaupt aufgeklärt. Über 80% der Fälle werden aus Angst vor Bandenmitgliedern und auch vor Behörden, nicht angezeigt oder gemeldet. Die Korruption bei der Polizei, die nicht selten zu den Tätern gehört, führt dazu, dass fast 70% aller Haftbefehle gar nicht erst ausgeführt werden. Es scheint, als würde Mexico von den "Drogenbossen" regiert, die unbehelligt ihren kriminellen Machenschaften nachgehen können und unbehelligt bleiben.
"Drogenbarone" haben größte Freiheiten
So auch der Fall des "Drogenbarons" Joaquin Guzman, genannt "el Chapo", welcher 2001 aus einem Hochsicherheitsgefängnis geflohen war. Im Sommer kam er in ein Restaurant in Culiacan, ein Ort der als Hochburg und Geburtsort des Drogenhandels gilt. Seine Leibwächter schlossen die Türen, ersuchten die anwesenden Gäste ihre Handys auszuschalten und niemand durfte das Restaurant verlassen, so lange bis "el Capo" gegessen hatte. Dieser beglich noch, bevor er das Restaurant verliess auch die Rechnungen für alle Gäste die sich im Restaurant befanden.
Ein Ende des "Drogenkrieges" in Mexico ist also nicht absehbar...