Von Aachen nach Stuttgart
Ab der Saison 2009/10 wechselt die Intendanz der Schauspielbühnen Stuttgart in die Verantwortung des neuen Intendanten Manfred Langner. Bekanntlich hat sich Langner unter fast 70 Bewerbern durchgesetzt.
Der studierte Jurist hat in seiner Referenzliste bedeutende Stationen hinter sich.So war er u.a. Produktionsleiter und Geschäftsführer im ZDF und beim Hessischen Rundfunk. Zuletzt war Manfred Langner Intendant des Grenzlandtheaters in Aachen, das er mit Erfolg seit 1994 leitete. Außerdem machte er sich als erfolgreicher Regisseur in vielen Städten Deutschlands einen guten Namen. Auch war er bereit als Regisseur für die Schauspielbühnen Stuttgarts tätig und betritt Stuttgart somit auch nicht als Neuland.
Der scheidende Intendant Carl Philip von Maldeghem hingegen wird ab der Saison 2009/10 die Intendanz als Nachfolger von Peter Dolder in Salzburg (Österreich) übernehmen. Eine sicher ungleich schwierigere Aufgabe als in Stuttgart. Vor allem was seine bisherigen durchgesickerten Pläne betrifft. Das Landestheater in der Festspielstadt ist zum Unterschied von Stuttgarts Schauspielbühnen ein Drei-Sparten-Haus mit festem Ensemble. Und schon jetzt gärt es in Salzburg, wenn man den verschieden Äußerungen glauben schenken darf, dass ein totaler Kahlschlag erfolgen soll und das Theater in anderer Form geführt werden soll. Nämlich hauptsächlich nur mehr mit Gastverträgen, was eine noch nie da gewesene Kündigungswelle bedeuten würde, wobei sich da auch dann die Frage des Bildungsauftrages stellen würde. Ein Landestheater steht und fällt mit einem festen Ensemble. Und schon jetzt scheint es nurmehr eine Frage der Zeit zu sein, bis die Kulturpolitik zum Handeln aufgerufen werden wird. Auch voreilige Äußerungen des neuen Intendanten über das jetzige Ensemble, die Struktur des Theaters und Zahlenspiele ließen aufhorchen und es wäre demnach nicht verwunderlich wenn Wogen zu Wellen werden würden und unnötige Konflikte vorprogrammiert würden. Das wäre im Sinne der Kultur und des Theaterlebens nicht wünschenswert und es ist zu hoffen, dass sich eventuelle "Missverständnisse" von selbst bereinigen, bevor noch die Spielzeit 2009/10 beginnen wird.