Umweltverseuchung legal?

Veröffentlicht auf von Plappalardo

Meeresverseuchung durch die Politik in Italien!

Es ist schon verwunderlich, trotz über 1300 Kläranlagen in der Region Abruzzen, (um 200 mehr als in der großen Region Lombardei die überdies eine siebenfach größere Bevölkerungszahl aufweist), sind die Flüsse dort immer mehr verseucht und die Badeverbote an den Meeresstränden werden immer häufiger über die dortigen Tourismusstrände verhängt. Hier soll nicht nur über die Umwelt geredet werden, sondern über die dortigen Väter der Umweltzerstörungen, die sitzen nämlich in den dortigen politischen "Palazzis".

Um es zu verdeutlichen, muss man die Flüsse aufwärts gehen, dorthin wo Kläranlagen mehr verschmutztes und verseuchtes Wasser weiterleiten als in diese Kläranlagen geliefert werden. Zwei halblegale Gesetze, wie sie von den dortigen Politikern geschaffen wurden, sind dafür verantwortlich.

Montesilvano, sieben Kilometer nördlich von Pescara, 40 000 Einwohner, 4500 Gästebetten in den Hotels. Im Juli dieses Jahres haben Touristen den ganzen Vormittag das Meer und die Strände genossen. Als die Badefreudigen nach dem Mittagessen an den Strand zurückkehrten, die böse Überraschung - sie fanden absolutes Badeverbot an den Stränden vor. Eiligst vom Bürgermeister verfügt. Diese Szenen wiederholen sich dort immer häufiger! Die Folgen davon sind Urlaubsstornierungen und "Revolten" der Tourismusbranche gegen die Behörden. Wenn die Proteste wieder zu laut werden, siehe da, werden die Badeverbote kurzfristig wieder aufgehoben damit die Saison wieder gerettet werden kann.

Das Problem aber bleibt bestehen und die Tourismusverbände versuchen dies auch durch Techniker und Wissenschaftler aufzuzeigen. Zum Beispiel die Saline, ein Gewässer das 500m von den Hotels ins Meer fließt, ist gesundheitsbedrohend verseucht. So auch mit gefährlichen Fäkal - Kolibakterien, pro Meßeinheit 2,4 Millionen - das Limit aber würde nach gesetzlicher Maßgabe bei sage und schreibe 100 liegen! Wie kommt es, dass die Flüsse der Abruzzen so verseucht sind? Vor Zeiten schob man die Schuld auf mangelnde Kläranlagen. Dabei hat die Region um 30% mehr Kläranlagen als andere Regionen, wie zum Beispiel auch die Toscana. Und immer wieder behaupten Bürgermeister der Abruzzen trotzdem gut funktionierende Umweltmaßnahmen zu setzen - ein Hohn gegenüber der Bevölkerung!

Es wird stets großzügig investiert und es gibt immer wieder pompöse, feierliche Eröffnungen um dann nachher festzustellen, dass auch der Betrieb von Kläranlagen Geld kostet. Geld, welches aber nicht mehr vorhanden ist und irgendwo versickert ist. Die Verursacher erklären sich unschuldig und entgehen immer wieder zur Verantwortung gezogen zu werden. Sogar ein kürzlich erstelltes Dossier des WWF ergab, dass bei Kontrollen von vier Kläranlagen zum Beispiel in der Regel jeweils eine Anlage nicht vorschriftmäßig arbeitet, in der Provinz Pescara sollen es sogar 51% aller Anlagen sein.

Aber auch Strafen sind in den Abruzzen nur wertloses Papier, stellt die Forstverwaltung unter der Leitung von Guido Conti fest. Jetzt werde ermittelt warum Strafen nie kassiert wurden.Die Provinzen haben Strafen in der Höhe von 16 Millionen Euro einfach nicht kassiert, statt dessen aber 16 Millionen Euro für Lizenzvergaben aus den regionalen Kassen genommen. Verstehe das wer will, sagen die Forstverwaltungen. So gibt es in Italien für Umweltsünder nationale Strafen von 300 - 30 000 Euro. Die Mitte - Rechtsregierung hat in den Abruzzen ein eigenes Gesetz geschaffen - man verzichtete auf alle ausständigen Strafen und verfügte für die nächsten fünf Jahre Strafen bis maximal 150 Euro!

Nun wurde dagegen und gegen Abgeordnete die dieses Gesetz schufen bei Gericht geklagt - die Klage wurde abgewiesen. Mit der Begründung der Immunität von Abgeordneten und auch deren Stimme. Die Region darf also weiterhin "legal" verschmutzt werden. Niemand will dagegen vorgehen! Wirklich niemand?

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Veröffentlicht in Natur

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